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06.05.2026

»Verbrannte und verbannte Bücher« - Ausstellungseröffnung in der Bibliothek

„Verbrannte und verbannte Bücher“ ist der Titel der Ausstellung, die im Rahmen der Woche der Meinungsfreiheit in der Schul- und Gemeindebibliothek durch Herrn Bürgermeister Walendsius am Dienstag, 5. Mai, offiziell eröffnet wurde.

Mit eindrücklichen Worten griff er das Motto dieser Aktionswoche, „Was ist wahr?“ auf, um die Bedeutung öffentlicher Bibliotheken hervorzuheben. Sie ermöglichen den freien Zugang zu Informationen, schaffen Wissenszugänge und haben so einen maßgeblichen Anteil an der allgemeinen Bildung und damit auch an gesellschaftlicher Teilhabe. Insbesondere die Rolle des Buches stellte Herr Walendsius heraus und benannte in klaren Worten, welchen Gefahren das Medium in der Vergangenheit ausgesetzt war und noch heute ist. In mahnender Erinnerung an die Bücherverbrennung der Nationalsozialisten im Mai 1933, zitierte er die bekannten Worte Heinrich Heines „…dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ Nach der eindrucksvollen Rede des Bürgermeisters lasen Gemeindevertreterinnen und weitere Freiwillige Ausschnitte aus „verbannten und verbannten Büchern“ und gaben diesen damit eine deutliche Stimme gegen Zensur und für Meinungsfreiheit. Den Anfang machte Uschi Claudi, die das Vorwort und drei Kapitel aus Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ vorlas. Michael Lorisch hatte einen Textabschnitt aus Kurt Tucholskys Werk „Deutschland, Deutschland“ gewählt, und anschließend las Simone stolz aus dem in den USA „verbannten“ Buch, „Die Farbe Lila“ von Alice Walker. Aus Erich Kästners Gedichtband „Ein Mann gibt Auskunft“ trug Monika Hoffer-Lorisch die beiden Gedichte „Die andere Möglichkeit“ und „Primaner in Uniform“ vor sowie das Gedicht „Marschliedchen“ aus seinem Gedichtband „Gesang zwischen den Stühlen“. Heike Marcus las einen Textabschnitt aus George Orwells „Farm der Tiere“ vor und beendete die Lesung mit dem Gedicht „Vergehe Zeit!“ von Joachim Ringelnatz. Das Publikum zeigte sich sehr beeindruckt von der Aktualität der Texte und Gedichte.

Zur großen Freude der Bibliotheksmitarbeiterinnen hatte Bürgermeister Walendsius noch eine Überraschung vorbereitet und überreichte Heike Marcus einen Scheck in Höhe von 500 € aus dem mit einem Preisgeld versehenen Projekt „Lahnau verbindet“, um die Arbeit der Schul- und Gemeindebibliothek zur Förderung der Kultur und der örtlichen Gemeinschaft zu unterstützen. Mit großer Freude nahm sie den Scheck entgegen und bedankte sich noch einmal bei allen Teilnehmenden für ihre Unterstützung.

Im Anschluss war ausreichend Raum und Zeit für viele anregende Gespräche. Der Wunsch nach weiteren Aktionen zur Demokratieförderung wurde aufgegriffen und eine konkretere Planung verabredet.

Die Ausstellung kann noch während der Öffnungszeiten in der Bibliothek besucht werden.

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