Die Gründung von Atzbach

Die Gründung der "bach"-Orte fällt in die fränkische Zeit, das ist das 5. bis 8. Jahrhundert (Jh.).

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Codex Laurishamensis als "Ettisbach", am 15.Dezember 774, Seite 188, in den Absätzen 1,2,3 und 5 (Siehe "Atzbach 774 - 1974", Seite 19 ff. und Kopie der Urkunde im Archiv 2 der Gemeinde Lahnau, Abteilung Atzbach)
 



Ortsteil Atzbach 2001
Ortsteil Atzbach 2001

Etymologie

Die Wortsilbe "Ettis" ist vermutlich keltischen Ursprungs, wie die meisten Fluss- und Bachnamen in unserer Gegend und bezieht sich auf das Gewässer, an dem die Siedlung errichtet wurde. Dem steht nicht entgegen, dass die keltische Besiedlung einige hundert Jahre vor der Gründung des Ortes beendet wurde. Bei der Endsilbe "bach" handelt es sich um ein altgermanisches Wort.

Archäologie

Zahlreiche archäologische Streufunde gab es in der Gemarkung, angefangen von einem Faustkeil, der zu den ältesten Artefakten Hessens gehört (ca. 49.000 v. Chr.), über Steingeräte sowie Metall- und Tonfragmente, die aus allen archäologischen Zeitstufen stammen, vom Neolithikum über La Téne bis ins Mittelalter. Im Jahr 2000 wurde nordöstlich des alten Atzbach eine Schmiede aus der Keltenzeit ausgegraben (3. Jh. vor Chr.), die von besonderer archäologischer Bedeutung ist.
 

Die Gründung von Dorlar

ein so genannter "lar"-Ort, fällt in die vorfränkische Zeit, das ist das 4. Jh.

Ortsteil Dorlar 2001
Ortsteil Dorlar 2001

Legendäre Überlieferung

In Aufzeichnungen des Mönchs, Priors und Novizenmeisters Cäsarius von Heisterberg aus der Zeit zwischen 1170 und 1230, vor Zeiten aufgefunden in der Sankt Gereonskirche in Köln, wird ein fauler Pfarrer aus Dorlar erwähnt. ("Lahnau in alten Bildern", Band 4, Seite 84 ff.)

Erste urkundliche Erwähnung

1258 ist Dorlar Mutterkirche für die im 8. Jh. im Lorscher Codex genannten Dörfer Atzbach, Naunheim und Waldgirmes (Geschichte von Stadt und Kreis Wetzlar, Seite 30, Schönwerk/Flender).

Stiftungsurkunde des Prämonstratenser-Nonnenklosters vom 18. Mai 1297, verwahrt im Hauptstaatsarchiv des Landes Hessen in Wiesbaden, Abteilung 92, Nr. 1. ("Lahnau in alten Bildern", Band 4, Seite 7)

Etymologie

Die Endsilbe "lar" soll "Leere" bedeuten, jedoch sind Herkunft und Bedeutung der Silbe strittig.

Älteste archäologische Nachweise:

1. Legionsstarkes römisches Feldlager am Eberacker bei Dorlar z. Zt. der Drususfeldzüge um 10 v. Chr. (Nachgewiesen durch archäologische Grabungen der Römisch-Germanischen Kommission, Frankfurt am Main, 1991 und 1992).

2. Kirchenbau aus der Mitte des 8. Jahrhunderts. (Nachgewiesen durch archäologische Grabungen des Landesamtes für Denkmalpflege 1985/1986).

3. Taufstein aus dem 12. Jh.; jetziger Standort des Taufsteins in der Dorlarer Kirche. (Zeitbestimmung durch den Kirchenhistoriker Peter Weyrauch, Darmstadt; ausführlicher Bericht im Jahrbuch der Heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaft Lahntal e. V. Nr. 7, Seite 62).
 

Atzbach und Dorlar

Der Nachfolger Hermanns, dessen Sohn Wilhelm, hatte als Erben zwei Töchter, die um 1180 eine nochmalige Teilung der östlichen Hälfte der Grafschaft Gleiberg notwendig machten. Dorlar und Atzbach kamen dabei an die Herren von Merenberg. Mit Hartrad VI. starb das Geschlecht der Merenberger 1328 in der männlichen Linie aus. Hartrad hatte zuvor seine Tochter Gertrud mit dem Grafen Johann von Nassau- Weilburg verlobt. Mit deren Heirat 1333 wechselten Atzbach und Dorlar in den Besitz der Grafen von Nassau Weilburg über. Die Herrschaftsverhältnisse blieben unverändert, bis Nassau-Weilburg 1816 an Preußen fiel.
 



Klosterkirche in Dorlar
Blick von der Lahninsel auf die Klosterkirche in Dorlar

Mit dem Ende des Deutschen Reiches 1806 und den Beschlüssen des Wiener Kongresses von 1815 gelangte das nassauische Amt Atzbach in preußischen Besitz. Am 24. Oktober 1816 Übernahm der preußische Staatsrat von Hatzfeld das Amt Atzbach und fügte es dem Kreis Wetzlar zu. Atzbach und Dorlar waren nun preußisch, gehörten zum Kreis Wetzlar und zur Rheinprovinz.

1734 war Atzbach Sitz eines Justizamtes geworden, das erst 1849 aufgelöst und dem Kreisgericht Wetzlar einverleibt wurde. Atzbach blieb bis 1860 Bürgermeisterei für die Dörfer Atzbach, Garbenheim, Dorlar, Dutenhofen, Kinzenbach, Vetzberg, Krofdorf und Gleiberg. In jenem Jahr fand eine Zusammenlegung mit dem Bürgermeisteramt Launsbach in Krofdorf-Gleiberg statt. Erst 1934 erhielten die Dörfer Atzbach und Dorlar ein eigenes Bürgermeisteramt.

Am 1. August 1972 schloss sich Dorlar auf freiwilliger Basis der Stadt Wetzlar an.Vom 1. Januar 1977 bis zum 31. Juli 1979 gehörten die drei Dörfer Atzbach, Dorlar und Waldgirmes unter der Stadtteilbezeichnung »Lahntal« zur damaligen Stadt Lahn.

 

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